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Planungen für die Zukunft der MBA laufen schon

227.400 Tonnen Siedlungsabfall wurden 2018 zu Ersatzbrennstoff

Neumünster. Im Rahmen eines Pressegespräches im SWN-Wertstoffzentrum stellte der Geschäftsführer der MBA  (Mechanisch-Biologische Abfallverwertungsanlage), Dr. Norbert Bruhn-Lobin, zusammen mit Betriebsleiter Wolfgang Bublitz und Angelika Schiffer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, die Zahlen für das Jahr 2018 vor.

Die MBA, so war zu erfahren, verarbeitete im vergangenen Jahr rund 227.400 Tonnen Siedlungsabfall zu Ersatzbrennstoff.
Kaum vorstellbar das Beispiel, das angeführt wurde, denn dabei sortierte die Anlage so viel Metall aus Rest- und Sperrmüll aus, wie in dem neuen Kreuzfahrtriesen MSC Meraviglia verbaut wurde.

Mit 316 Meter Länge, 46 Meter Breite und 19 Decks ist es zurzeit das größte Kreuzfahrtschiff, das auf den Meeren unterwegs ist.
Die MBA Neumünster GmbH betreibt eine der größten mechanisch-biologischen Abfallverwertungsanlage (MBA) Deutschlands und stellt aus Rest- sowie Sperrmüll Brennstoff für das Heizkraftwerk der Stadtwerke Neumünster (SWN) her, erklärte Dr. Bruhn-Lobin.
Rund 162.000 Tonnen Ersatzbrennstoff (EBS) wurde 2018 für die Versorgung der Stadt mit Fernwärme und Strom hergestellt.

Während des Behandlungsprozesses werden sowohl eisenhaltige als auch nicht-eisenhaltige Metalle aussortiert. Magnetabscheider, Wirbelschichtabscheider und Nah-Infrarot-Scanner sortieren den begehrten Sekundärrohstoff aus. Im Jahr 2018 wurden so 7.430 Tonnen eisenhaltige Metalle und 700 Tonnen Leicht- und Buntmetalle aussortiert.

Hinzu kommen rund 500 Tonnen eisenhaltige Metalle, die am Recyclinghof und aus der Asche der Thermischen Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) aussortiert wurden. Das entspricht in etwa der Menge an Metall, die in der MSC Meraviglia verbaut wurde - die Reederei des Schiffes hatte angegeben, dass rund 8.000 Tonnen Metall zum Bau benötigt wurden. 

Die Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft mbH (BAV) hat im vergangenen Jahr 40.200 Tonnen Bio- und Grünabfall angenommen. Davon wurden 28.900 Tonnen in der standorteigenen Kompostierungsanlage verarbeitet. 4.500 Tonnen wurden umgeschlagen und an die Bioabfallvergärungsanlage in Borgstedtfelde weitergegeben. Darüber hinaus wurden rund 11.000 Tonnen Bio- und Grünabfälle in der MBA Lübeck und weiteren Bioabfall-Behandlungsanlagen verwertet.

In der Kompostierungsanlage im SWN-Wertstoffzentrum entstanden 2018 rund 12.160 Tonnen Kompost. Der Kompost ist mit dem Gütesiegel der Bundesgütegemeinschaft Kompost ausgezeichnet. 99,6 Prozent davon nahmen Landwirten aus der Umgebung um Neumünster ab.
Sie nutzten ihn zur Düngung und Bodenverbesserung. Denn Kompost erhöht den Humusanteil im Boden und verbessert seine Fähigkeit, Wasser zu speichern und Nährstoffe zu binden.

Der Interkommunale Recyclinghof im SWN-Wertstoffzentrum ist mit 45.576 Anlieferungen auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Die Garten- und Parkabfälle machen mit 52 Prozent (6.700 Tonnen) wieder den mengenmäßig größten Anteil aus. Am Interkommunalen Recyclinghof können auch Kunden aus den umliegenden Kreisen ihre Abfälle entsorgen.
Interessant ist auch die Tatsache, dass der Abfall in 24 verschiedene Fraktionen aufgetrennt und weitestgehend einer stofflichen Verwertung zugeführt wird.
Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 13.000 Tonnen Abfall angenommen.

Die Restabfallmenge ist gegenüber dem Vorjahr gesunken. Mit rund 700 Tonnen macht Restabfall nur noch einen Anteil von 5,4 Prozent der am Recyclinghof angelieferten Menge aus. Dies zeigt auf, dass am Recyclinghof die Sortierung und die stoffliche Verwertung im Vordergrund stehen.

Der Kundenstamm besteht sowohl aus Privatleuten als auch rund 250 regionalen Handwerks- und Gewerbebetrieben. „Alle schätzen die einfachen Entsorgungsmöglichkeiten hier am Recyclinghof“, freut sich die Öffentlichkeitsbeauftragte des SWN-Wertstoffzentrums Angelika Schiffer.

„Viele Kunden nutzen das Serviceangebot des Recyclinghofes und liefern nicht nur ihre Abfälle an, sondern versorgen sich auch gleich mit regionalen Gartenbauprodukten wie Kompost, Mulchmaterial, Kies und Pflanzerde.“

Das neuste Angebot des SWN-Wertstoffzentrum seit März 2019 ist der Liefer- und Abholservice für Gartenliebhaber. So erhalten auch Kunden ohne Anhängerkupplung die Möglichkeit, sich größere Mengen Kompost, Rindenmulch oder Oberboden für ihren Garten liefern zu lassen. Es kann auch Grünschnitt vor der Haustür abgeholt werden.
Bestellt wird der Liefer- und Abholservice direkt per E-Mail über lieferservice@swn.net. Die Produkte und Preise können unter www.swn.net/lieferservice eingesehen werden. In Kürze ist es auch ganz bequem und einfach über ein Online-Formular bestellbar.

Das SWN-Wertstoffzentrum wird sich in Zukunft verändern, machte MBA Geschäftsführer Bruhn-Lobin im Pressegespräch deutlich, die Planungen dafür sind schon angelaufen. Aus der mechanisch-Biologischen Verwertungsanlage (MBA) wird zukünftig eine reine mechanisch Abfallverwertungsanlage (MA).
Das heißt, dass die Rotte, in der der Abfall biologisch behandelt wird, zukünftig wegfallen wird.
Die Rotte sorgte wegen der austretenden Gerüche früher immer wieder für sehr viel Gesprächsstoff, auch wenn die erlaubten Werte nicht überschritten wurden.

„Zukünftig wird weniger Hausmüll angeliefert, da einige Verträge auslaufen, deshalb setzen wir jetzt verstärkt auf Sperrmüll und Gewerbeabfälle. D
eshalb können die beiden Rotten, die auch sehr kostenintensiv sind und unseren Mitarbeitern dort einiges abverlangen, in naher Zukunft geschlossen werden“, erläuterte   Geschäftsführer Bruhn-Lobin.

Zur Zeit laufen auf dem MBA-Gelände die Abdeckung der Ostböschung der alten Deponie.
Die Planung sieht vor, dass die Endabdeckung im kommenden Jahr erfolgt.

Ergänzend führte Bruhn-Lobin aus, dass, wenn Bedarf besteht, die Option einer neuen Deponie immer noch auf dem Tisch liegt, man aber nicht genau weiß wohin die Reise geht.

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Der Geschäftsführer der MBA, Dr. Norbert Bruhn-Lobin, Angelika Schiffer (Öffentlichkeitsarbeit) und Betriebsleiter Wolfgang Bublitz vor dem Fahrzeug für den neuen Liefer- und Abholservice.

Alle Rechte bei

Detlef Rösenberg

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